Online Gewinnspiele

Online Gewinnspiele-Anleitung: 7 Tipps für erfolgreiche Wettbewerbe

Gewinnspiele und Wettbewerbe sind schon lange eine beliebte Marketing-Massnahme. Wettbewerbe haben es als klassische Disziplin auch problemlos in die digitalen Medien geschafft hat – und sind dort sogar noch erfolgreicher geworden durch zusätzliche Verbreitungsmassnahmen. An sieben Grundsätzen zeige ich heute auf, wie man einen Online Wettbewerb macht, der den höchsten Erfolg verspricht.

Anleitung Gewinnspiel

1. Everybody is a winner

Wenn sich jemand die Zeit nimmt bei einem Wettbewerb mitzumachen, soll er auch etwas gewinnen. Der Wettbewerbsveranstalter kreiert ansonsten Verlierer. Und das ist sicherlich nicht die richtige Art von Kommunikation gegenüber (potenziellen) Kunden. Im Gegenteil: Man schafft negative Gefühle gegenüber der Marke. Ausserdem ist das Prinzip „Everybody is a winner“ darauf augerichtet, dass es möglichst viele Wettbewerbs-Teilnahmen gibt.

Ein perfektes Beispiel dafür sind die früheren Gewinnspiele der Coop-Tankstellen. Jeder Kunde erhielt ein Los mit dem man die Gewinnchance auf ein Shop-Produkt hatte. Das Entscheidende: Selbst die Nieten erhielten auf die nächsten Tankfüllungen 3 Rappen Rabatt pro Liter – eine sehr tolle Umsetzung eines Gewinnspiels.

2. Keep it simple and stupid

Die grössten Fehler bei Gewinnspielen werden bei Verstössen gegen dieses Prinzip begangen. Meiner Erfahrung nach geschieht der Fehler meist in der Planungsphase, in der Unternehmen und Agenturen ihre Kreativität ausleben möchten oder zusätzliche wettbewerbsferne Ziele zu erreichen suchen. Online-Möglichkeiten haben das Problem teilweise etwas entschärft, weil Wettbewerbe einfacher durchzuführen sind. Andererseits wurden neue Hürden geschaffen wie z.B. Fan-Gates, Votes oder Facebook-Likes. Ich habe es in letzter Zeit oft erlebt, dass Wettbewerbe mit Voting durch die Nutzer boykottiert wurden, weil diese Votings oft manipuliert werden. Grundsätzlich gilt: Ist der Wettbewerb nicht in 15 Sekunden erklärbar ist er zu kompliziert. Denn mehr Zeit geben einem auch die Kunden nicht bei der Entscheidung, ob sie teilnehmen.

Ein sehr gut recherchiertes Negativ-Beispiel wird von Thomas Hutter in folgendem Post über ein Wettbewerb der Schweizer Post beschrieben.

3. Der Gewinn ist wichtig

Ein attraktiver Gewinn ist wichtig. Dabei gibt es zwei Strategien, die legitim sind:

a) Es gibt attraktive Preise, die sich um die Produkte des Unternehmens drehen. Dabei sollte man sich allerdings bewusst sein: Je spezifischer ein Preis ist, desto höher ist der Streuverlust an Personen, die sich nicht dafür interessieren.

b) Nur Bares ist Wahres: Was immer funktioniert sind Bargeld-Preise – zumindest wenn diese genug hoch sind.

4. Kommunizieren Sie während des Wettbewerbs

Es ist wichtig, die Reaktionen der Kunden auf Wettbewerbe zu hören und darauf zu reagieren. Gerade über Social Media-Plattformen kommen öfters direkte Feedbacks. Wo es möglich ist, sollte man Rücksicht auf diese Antworten nehmen und sie zumindest für den nächsten Wettbewerb berücksichtigen. Ausserdem sollten Social Media-Reaktionen auch durch das Unternehmen rückkommentiert werden.

5. Das Ziel ist immer Branding

Wettbewerbe sind auf klassische Unterbringung der Wort / Bild-Marke ausgerichtet – und auf nichts anderes. Weil Wettbewerbe für viele Personen attraktiv sind, kann man mit tiefen Werbespendings viele Personen zu einer relativ langen Markeninteraktion bewegen – das ist es, was Wettbewerbe attraktiv macht.

Diese Interaktionen sollten das Ziel jedes Wettbewerbs sein. Sobald man beginnt zusätzliche Ziele in den Wettbewerb zu packen, wird dieser oft zu kompliziert. Alle Tipps dieses Posts sind darauf ausgerichtet Wettbewerbe als Branding-Massnahme zu verstehen – mit dem Ziel möglichst vieler Marken-Interaktionen, die später zu neuen Kunden oder stärkeren Kundenbindungen führen.

6. Adress-Follow up definieren

Ein gutes Gewinnspiel generiert eine grössere Anzahl an Adressen. Zwar sollte das Ziel eines Wettbewerbs immer auf die Marke ausgerichtet sein, aber als sehr erwünschter Zusatzbereich können auch Adressen gesammelt werden.
Diese Personen hatten durch das Gewinnspiel bereits Kontakt mit der Marke und sind damit für Botschaften interessant. Man sollte deshalb vor einem Gewinnspiel unbedingt definieren, wie mit den Adressen aus dem Wettbewerb umgegangen werden soll. Marketing-Massnahmen wie Retargeting und Custom Audiences empfehlen sich besonders.

7. Online-Massnahmenmix

Wichtig ist natürlich auch die Wettbewerbspromotion, um möglichst viele Personen zu einer Teilnahme zu bewegen. Folgende Online-Kanäle sollten für einen Wettbewerb idealerweise bespielt werden:

a) Wettbewerbsportale, die bei vielen Performance-Marketing-Anbietern zu finden sind.

b) Social Media als ideale Plattformen, um den Wettbewerb immer wieder neu am Leben zu halten und das Feedback der Kunden zu hören. Wichtiger Tipp dabei: Vor allem bei Facebook sollte man bei jedem Post davon ausgehen, dass die erreichten Personen noch nichts vom Wettbewerb wissen.

c) Display-Werbung im CPM-Modell (Cost-per-1000Impressions): Oftmals erreicht man über 1% Klickrate für die Bewerbung eines Wettbewerbs, weshalb sich CPM-Modelle auszahlen.

d) Newsletter sind ebenfalls wichtige Multiplikatoren bei bestehenden Kunden

e) Marken-Kooperationen z.B. mit Bloggern oder Portalen

Werden alle diese Prinzipien berücksichtigt, steht einem erfolgreichen Wettbewerb nichts mehr im Wege.

Planen Sie auch einen Wettbewerb? Dann nehmen Sie Kontakt mit mir auf für eine umfassende Beratung.

Über den Autor 

Linus Oertli ist Gründer und Geschäftsführer der Online Marketing-Agentur Klickwerkstatt. Seit 2009 betreibt er Online Marketing für mittlere und grössere Unternehmen. Innerhalb des Blogs online-mediaplanung.ch setzt sich Linus intensiv mit Online Marketing und dem Spezialgebiet Online Mediaplanung auseinander.

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